Hallo Mafiosis.
Als Neuling möchte ich auch von der Geburt meiner Vanessa Elli Sophie berichten... wenn ich so die Berichte von euch lese, könnte ich mich glatt schlecht fühlen, weil meine Schwangerschaft und Geburt relativ einfach und unspektakulär und - na ich will nicht sagen langweilig - war ??? Eben ohne Übelkeit und Schmerzen, ich hatte mal ein paar Wadenkrämpfe, und mal sind mir die Zehen "eingeschlafen" aber sonst war da an mir ein kleiner Bauch, auch kein sonst so meist gesehener "dicker" Babybauch...

Ganz zu schweigen von der Geburt, fast zu schön... Aber alles von Anfang an.
Na jedenfalls hab ich mich tierisch auf mein kleines Prinzesschen gefreut, der Arzt und wir glaubten, es wird ein Mädchen (isses auch geworden, aber es bestand ja immerhin noch eine 50-50 Chance, dass es ein Junge wird...) Vielleicht war das auch der Grund, warum mich mein bis-zur-Geburt-Freund verlassen hat... Aber das ist jetzt nicht das Thema... Wo war ich stehen geblieben? Ach ja... Ich hab mich nicht wirklich geschont, da wir im Mai noch umgezogen sind, hab ich auch noch kleinere Kisten geschleppt und war bis zum letzten Kindfreien Tag mit vielen Einkaufstüten und -beuteln unterwegs.
Manchmal konnte ich mir das mit Kind (noch) nicht vorstellen, dass sich abolut alles ändert... aber ich wollte doch eine junge Mutter sein wollte - was jetzt keine Fragen/Vorwürfe/Kritik aufkommen lässt an (")älteren(") Müttern!!! - aber mein Kind hatte in meinem Kopf noch keinen festen Platz gefunden. Auf der anderen Seite war das Kinderzimmer das erste fertig eingerichtete Zimmer in der neuen Wohnung!!!
Kleine Notiz am Rande: wir sind umgezogen, weil in einer 2-Raum-Whg., absolut kein Platz für ein kleines Würmchen war, ein extra Zimmer musste her und dann war dieses kleine "Wohnklo" nicht gerade gemütlich, vollgerümpelt und zugestellt... Aber mit vielen Pflanzen - ich liebe Pflanzen!! Ach ich bin schon wieder vom Thema abgekommen... Also es ist der Monat Juli, ich hab mir noch die Appassionate-Show (Pferde!) angesehen, war im Musical Cats, habe beim Geburtstag meiner Ma tatkräftig mitgeholfen mit Kuchen backen und Salate herrichten und dekorieren - also mich nicht geschont

aber auch immer mit dem Gedanken, bald könnte es losgehen. Die Tasche war selbstverständlich schon fertig gepackt und immer mit im Auto. (die Tasche hatte ich schon Anfang Juni fertig!)
der geplante Termin 27.7. rückte immer näher... das CTG am 19.7. war wie immer mit Höhen und Tiefen, dazwischen wie immer ein lustiger Schlucken von Babylein, alles noch weit von Wehen entfernt. Mein Arzt meinte, das wird wohl noch dauern... Na jedenfalls war diese Woche "ausgebucht" mit Zoobesuch und Picknick im Grünen...
Am 20.7. bin ich zu meiner Friseurin, wir haben zusammen gescherzt, dass es ja auch schon heute losgehen könnte... Ich meinte immer, lieber noch nicht, ich hab mich von der Kinderfreien Zeit noch nicht verabschiedet... Da ich ja unbedingt ein Kind mit Sternzeichen Löwe wollte, war ich erst ab Samstag bereit - klingt blöd, aber ich ... egal. Auf dem Heimweg bin ich auch wieder an einem Blumengeschäft vorbei gekommen, habe mich mit zwei Tüten Grünpflanzen nach hause geschoben...
Der Juli war auch Kirschenzeit! Ich habe am gleichen Tag noch gegen 14 Uhr meine Ma angerufen, mir war langweilig, und ein bisschen über meine Geburt geplaudert. Nebenbei wanderte eine Kirsche nach der anderen in meinen Mund. Man kann sagen was man will, aber pünktlich 15 Uhr bekam ich dann auch Bauchweh von den Kirschen. Hässlich, wie ein Durchfall, unpassend, aber mit keinem Gedanken, dass es Wehen sein könnten... ich hab mich im 10-Minuten-Takt von Toilette zum Sofa bewegt... Gegen 17 Uhr wurde es mir unheimlich und ich rief meinen Freund an, dass es spontan angefangen hat, dass ich Kirschen gegessen hab, dass ich das Kind doch erst ab Samtag haben will, dass ... ich verwirrt bin, dass ich nicht alleine sein will und es scheinbar losgeht. Er kam gleich von Arbeit. Wir guckten uns an, und haben uns (meiner Meinung nach) beide auf das bald geborenen Kind gefreut... Dann rief ich verwirrt im Krankenhaus an, was ich jetzt machen soll, und nach dem Anruf dachte ich, warum ich wohl einen Vorbereitungskurs mitgemacht habe. Ich liess mir also ein schönes warmes Bad ein, die Bauchweh-Schmerzen wurde weder mehr noch weniger (so hat es die Hebamme am Telefon gesagt, werden die Schmerzen weniger, waren es Vorwehen, werden sie stärker , kanns losgehen...) Ich hatte wieder Hunger. Mit Nudeln und Tomatensoße hab ich mich wieder vor den Fernseher gesetzt und "Unter uns" geguckt. Natürlich weiterhin mit Bauchweh. Zu dem Zeitpunkt wurde mir es langsam klar, dass es wirklich bald losgehen könnte. Tapfer hab ich bis zum Ende der Sendung ausgehalten, dann hab ich wieder verzweifelt in der Kinik angerufen. Die Hebamme meinte, ich müsse es selbst wissen, denn wenn bis zur Klinik und dort kein Blasensprung passiert, werde ich wieder nach hause geschickt. Also packten wir die Sachen, und los ging es.
In der Klinik angekommen, wurde wieder CTG gemacht, nichts sah nach baldiger Geburt aus. Dann kam der Satz: Also hier passiert nichts, sie dürfen wieder nach hause. Ich bin noch mal auf Toilette, und kam irgendwie freudestrahlend wieder, weil ich Blut im Urin hatte und beim Händewaschen nach dem Pullern der Blasensprung passierte - ich stand geschockt am Spiegel, als ich unkontrolliert auslief, aber war doch auch glücklich, dass ich dableiben konnte...
Dann wurde es nochmal kurz hektisch weil ich viel Blut ausgeschieden habe, die Hebammen und die Ärtzin dachte, es kommt von der Plazenta, dann hätten sie schnell das Kind holen müssen, aber der Ultraschall zeigte ein gesundes Kind ohne Stress und eine unversehrte Plazenta. Diese sei allerdings "fertig", was heisst, dass sie es nicht länger gemacht hätte, so der nette Hinweis der Ärztin. Dann durfte ich mir den Kreissaal aussuchen. ich hab den mit der Gebärwanne gewählt (allerdings hab ich meine Kleine nicht darin geboren weil ich keine Einlauf bekommen hab...) Ich muss sagen, die Schmerzen wurden etwas stärker, ich versuch mal, es so zu formulieren: "das Durchfall-ähnliche Bauchweh setzte sich im Becken fest"
Ich hatte die Uhr nicht mehr im Blick, es kam mir auch nicht wie Stunden vor. Es war Schichtwechsel bei den Hebammen. Ich bekam eine ganz ganz liebe Hebammenschülerin, die sich ab und zu verkrümelte, und scheinbar das Gespür hatte, wenn ich eine Wehe hatte oder abgelenkt werden wollte... Sie erzählte mir Dinge von Gott und der Welt, von ihrer Ausbildung, was heute so in der Zeitung stand, fragte mich nach unserer Wohnungseinrichtung, wie das Zimmer von Babylein aussieht, ... zwischendurch bekam ich was zu essen und zu trinken. Zu dem Zeitpunkt hat sich mein Freund noch rührend um mich gekümmert, den Rücken gekrault, soweit das in der Wanne ging, die Wange gestreichelt, mich gefüttert

mich geküsst und mit mir gescherzt, aber naja. (Ich möchte die schöne Zeit wieder!)
Meine Hebamme meinte, ich müsse dann leider wieder aus dem Wasser. Ich lugte auf die Uhr. Es war bereits 02:20, 21.7.2005
Vielleicht war es die Angst oder doch die Freude, als sie wieder in den Kreissaal kam, verspürte ich ein Druckgefühl, wie als wenn ich *aa* machen möchte, beide hoben mich in diesem Moment aus dem Wasser, ich wollte mich wieder fallen lassen, weil dazu noch eine Wehe kam, das war der einzige Moment, wo ich "ich will nicht mehr" dachte, ich wünschte mich in dem Moment woanders hin. Ich lag jetzt auf dem Bett. Und wieder verging die Zeit superschnell. Ich presste, und schrie wie am Spiess, wo ich die Kraft dafür herholte, keine Ahnung (ich hatte danach dann verständlicherweise Halsweh) und plötzlich war das Köpfchen da. Die Hebamme nahm meine Hand und ich streichelte etwas Verklebtes. Und mit dem nächsten Druck war meine kleien Prinzessin dann auch da... Er durchtrennte mit Tränen in den Augen die Nabelschnur, dann legten sie sie mir auf den Bauch. Nach ca. einer halben Stunden durfte er sie baden. und ich durfte duschen gehen. Dann wurden die ganzen Formalitäten geklärt und unterschrieben, ich hab noch was gegessen und getrunken und dann gings in Familie auf die Wochenstation. Es war jetzt 05:03, als ich in mein Zimmer gefahren wurde. Wir küssten uns wieder, er fiel scheinbar glücklichund zufrieden auf das Nachbarbett (es war leer! *hihihi*, nicht dass ihr denkt... nein nein!) Zwei Stunden später kam eine Stationsschwester rein, brachte mir das Frühstück und nahm das Kind zum erneuten wiegen und messen mit... und er verabschiedete sich auf später... und den Rest kennt ihr. das "bis später, mein Schatz" und der Kuss waren das letzte, was mir aus unserer Beziehung blieb, mal von dem Kind ganz abgesehen.
Vanessa Elli Sophie, geb. am 21.7.2005, 03:00 Uhr, 50cm, 2985g, KU 34cm
also im Großen und Ganzen eine schöne Geburt, bis eben auf das Ende