Ich habe eine geteilte Meinung zum Thema.
Einerseits ist es wirklich eine Phänomen, was es gibt. Andererseits erscheint es mir beinahe so, das es langsam zu einem Trend mutiert. Oftmals wird viel zu schnell Mobbing gerufen und auf Grund der intensiveren Beschäftigung mit diesem Thema, von Geschäftsführern und Betrieben, vorschnell aufgegriffen. Mobbing ist ein sehr bekanntes Thema geworden und jeder möchte vermeiden, das seine Firma, sein Betrieb, seine Einrichtung mit Mobbing in Verbindung gebracht wird. Von daher besteht die Gefahr des zu schnellen Handelns. Es entstehen vorschnelle Mobbingrufe, die manches Mal rein garnix mit Mobbing zu tun haben, sondern mit eigener Unfähigkeit.
Beispiel:
Unser Team bekam eine neue Kollegin. Wir saßen jeden Morgen beisammen, einer brachte Brötchen mit, der Rest teilte alles andere (Butter, Wurst, Käse usw.) unter sich auf. Neue Kollegin haute mal locker 3-4 Brötchen weg, brachte als Gegenzug 1x im Monat eine Butter und 1 Glas Marmelade mit. Irgendwann meinte die Brötchenmitbringkollegin, das sie ganz schön reinbuttert und wir einigten uns darauf, das wir ihr Brötchengeld geben und sie dafür bei den restlichen Dingen mit beiträgt. Neue Kollegin fand das doof, bestellte nun oftmals nur 1 Brötchen und verabschiedete sich nach 2 Wochen von der Morgenrunde mit den Worten: "Das kann ich mir nicht leisten."
Anstatt einfach ihre gemachten Brote mit uns als Team einzunehmen, saß sie dann halt in ihrem Büro.
Wir als Team kochten immer `ne große Kanne Kaffee. Der welcher die letzte Tasse einschenkte, setze Neuen auf.
Dafür brachte halt jeder reihum Kaffe mit. Das war ihr auch nix, weil sie ja nur 2-3 Tassen trinken würde (dafür verteilte sie an "Besucher" nochmal locker das Dreifache), machte sie fortan ihren eigenen Kaffee. Wenn einer von uns dann hinter ihr stand und auf die Kanne wartete, schüttete sie den nichtgetrunkenen Rest eher weg, als ihn einen von uns anzubieten
Ich so als "alle Menschen sind erstmal gut-Typ und alle haben eine Chance verdient, sind sie auch noch so komisch", half der neuen Kollegin dennoch viel...scheiß Sozialpädagogen-Gen
Erstmal war sie mit den ganzen gestetzlichen Grundlagen total überfordert und ich erklärte ihr vieles, half ihr bei bestimmten Einzel-Fällen. Manches Mal schickte sie ihre Klienten gleich weiter zu mir, weil sie auch meine Erklärungen nicht verstand*ggg*. Hab ich kein Problem damit, da für mich in einem team nicht zählt, wer was macht, sondern das wir es gut machen, somit dem Klienten geholfen werden kann.
Sie konnte weder mit Word, noch mit Excel umgehen, auch das brachte ich ihr bei. Einmal kam eine neue Länderregelung bzgl. Fördergelder eingetrudelt und landete auf ihrem Tisch. Sie kam damit garnicht klar und ich las mir nach einer Bitte von ihr, den Schinken durch, verdeutschte alles, lies meine eigene Arbeit liegen (was mir hinterher 3 Überstunden einbrachte) und gab ihr mitsamt verbaler Erklärungen meine Unterlagen. Als ich gerade damit fertig war ihr alles zu erklären, kam der große Chef dahergeschneit und fragte, wie weit sie sei...Zitat:
"ICH bin gerade fertig geworden. Wenn Sie wollen, können WIR BEIDE das gleich durchgehen und ICH erkläre Ihnen die neuen Fördermodelle. Andrea, du kannst dann jetzt gehen , unsere Pause ist sowieso vorbei, wir können unser Privatgespräch ja in der nächsten Pause fortführen."
OOOOKaaaaaaaaayyyyyyyyyyyy
Es folgten in kurzen Abständen weitere Dinge, wie Nichtweiterleiten wichtiger Unterlagen, die ich benötigte um rechtzeitig meine Arbeit fertig zubekommen usw.
Danach ging ich auf Abstand, wenn ich rauchen ging, klopfte ich nimmer an ihrer Tür und fragte, ob sie mit möchte, Privatgespräche stellte ich ganz ein, wenn sie fachliche Fragen hatte, teilte ich ihr mit, das ich erstmal meine Aufgaben erledigen muss und wenn dann noch Zeit habe, ihr helfen könne. Was ich aus Gnaz dann aber nicht tat *ggg* und lieber die anderen unseres Teams fragte, ob sie noch Unterstützung benötigten.
Dann gings los..ich durfte beim Chef antanzen mit dem Vorwurf, ich würde diese Kollegin mobben.
Sie dürfe nicht am Frühstück teilnehmen. Wir würden nur für uns Kaffee kochen. Ich würde sie meiden und nicht mal zur Zig-Pause mitnehmen. Ich würde nur mein eigenes Ding machen und sie auflaufen lassen, sie nicht unterstützen, wenn sie mit Fragen zu mir käme, ich wäre arrogant in meinem Verhalten usw. Durch mein unkollegiales Verhalten, würde sie psychisch leiden und man verbete sich, das ich diese Frau weiter mobbe.
Grund: ihre Fehlerquote nahm emens zu, ihre sichtbare Überforderung auch. Daraufhin durfte sie beim Chef antanzen und sollte erklären worans lag. Und statt eigene Teamunfähigkeit und fachlichen Kometenzenmangel einzugestehen, wurde ich vorgeführt. Dieser Vorwurf des Mobbings ging durch den gesamten Betrieb, bis hin zum Betriebsrat.
Als das Projekt auslief und ein Neues startete, bei welchem statt 4 nur noch 3 MA benötigt wurden, durfte ich gehen.
Meine 2 anderen Kollegen gingen dagegen Sturm, aber auch an Ihnen haftete der Vorwurf des Mobbings, allerdings waren sie alteingesessene und somit wollte man auf sie nicht so schnell verzichten.
Seit dieser Erfahrung bin ich etwas geteilt eingestellt zu diesem Thema.