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Ronny
Administrator
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Mitarbeiter - der Feind im Unternehmen
Wie schön ist die betriebswirtschaftliche Theorie des charakterstarken, umsorgenden Teamplayers, der sich Manager nennt. Ein Manager, der das Wohl des Unternehmens, der Aktionäre, seiner Mitarbeiter und seines eigenen Geldbeutels im Auge hat und durch tatkräftige Visionen alle zum Erfolg führt. Eben alles Theorie.
Die Wirklichkeit sieht in den meisten deutschen Unternehmen düster aus. Nicht erst der Fall Lidl zeigt den wahren Umgang mit Mitarbeitern. Der Mitarbeiter, der Feind im eigenen Unternehmen. Besagt nicht die Theorie, dass der Mitarbeiter einer der Kapitalfaktoren für ein Unternehmen sein sollte? Lidl hat die eigenen Mitarbeiter bespitzeln und abhören lassen, angeblich um Fehlbeträge und Diebstähle besser aufklären zu können.
Ein Unternehmen, dass die Qualität seiner Damen an der Kasse über die Bandlaufzeit der Ware beurteilt, hat schon längst den Sinn für jede praktische Realität verloren. Der Imageverlust für Lidl war Dank der Pressemeldungen enorm. Die Umsätze brachen in einzelnen Filialen ein. Großformatige Anzeigen konnten keine Besserung kurzfristig erzielen. Aber der Kunde vergisst schnell. Bis der nächste Skandal kommt. Bestes Beispiel Schlecker.
Schlecker ist ebenfalls bekannt dafür, nicht gerade liebevoll mit dem Ladenpersonal umzugehen. Ein Telefon war in vielen Filialen eine unbekannte Einrichtung. Da musste die Verkäuferin bei einem Überfall vom Nachbargeschäft die Polizei rufen. Kurze öffentliche Anklagen in der Presse waren die Folge.
Nun hat die Telekom einen Feldzug gegen den eigenen Aufsichtsrat begonnen und dabei das Fernmeldegeheimnis verletzt. Und alles, um eine undichte Stelle im Aufsichtsrat, der angeblich die Presse mit Unternehmensinformationen gefüttert haben soll, aufzuspüren. Natürlich handelt es sich dabei um den Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat. Der Magenta-Riese baut schließlich tausende von Arbeitsstellen ab, das sieht ganz klar nach Rache des kleinen Mannes aus. Defizite im Management oder gar Führungsfehler sind natürlich nicht der Auslöser, dass eine Führungskraft aus Frust Informationen an die Presse weitergab.
Und sollte Herr Obermann die Spitzelrechnung nun doch abgezeichnet haben, was er noch bestreitet, ist ihm eine angemessene Abfindung bis zur Freistellung sicher. Und da erwarten Unternehmen Solidarität von ihren Mitarbeitern? Uneingeschränktes Engagement und Treue? Jede zweite deutsche Ehe wird geschieden, es wird Zeit, dass die Arbeitnehmer in Deutschland auch diese Flexibilität im Job zeigen. Erst dann wird der Mitarbeiter vom Feind zum Freund im Unternehmen. Denn qualifiziertes und motiviertes Personal wäre dann heiß umworben und hoch geschätzt.
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