Mein Alltag.....
Hallo...
ich bin die Kiki, seit 10 Jahren verheiratet, eine Ehe in der ich mir vieles anders vorgestellt habe als es eigentlich gekommen ist. Nein, ich wollte keinen Luxus oder dergleichen sondern nur ein geordnetes Familienleben, dass meine 12 Jahre alte Tochter einen richtigen "Vater" erhält der auch ihr zur Seite steht, dabei merken wir beide leider nicht viel davon. Ich selber fühle mich wie eine alleinerziehende Mutter, der ihr Mann angeblich nur als der Geldeinbringer ( so nennt sich mein Mann übrigens...

) sonst nichts für den Haussegen, nicht mal für den seelischen tut. Es heisst so schön er geht arbeiten, der Rest bleibt an mir hängen, egal ob Hausarbeit oder sonstwas...
Und nun kurz zu mir: ich bin gebürtige Siebenbürgerin, hatte bis kurz vor meiner Ausreise im Lehramt und im Kulturbereich gearbeitet, und wollte, um ehrlich zu sagen nicht mehr in meiner Geburtstadt bleiben, damit mein Kind (beide Elternteile deutsch) eine deutsche Schule besucht, und die deutsche Kultur weiterpflegt. Seit wir in Deutschland sind, sind wir eigentlich perfekt integriert, meine Tochter geht auf die Realschule, hat Freunde egal aus welchen Nationen und für uns ist Deutschland unsere zweite Heimat geworden.
Aber! Seit wir nach Deutschland gekommen sind, hat mein Mann gesagt, das Kind ist erst 2 Jahre alt, ich soll zur Zeit nicht arbeiten, da das Kind die Mutter braucht. Irgendwo hat er Recht gehabt, ich war in Hermannstadt den ganzen Tag am arbeiten, da ein Gehalt nicht ausgereicht hatte, und mein Kind sah ich nur schlafend und er zog dann quasi die Notbremse. Dann kam die Zeit, als ich mein Kind in den Kindergarten angemeldet haben wollte UND wieder etwas arbeiten wollte, egal was, da hatten wir schon den ersten großen Streit gehabt, ich sei die Mutter und ich wäre verpflichtet mein Kind zu erziehen und nicht irgendwelche Kindergärten die Geld kosten. Meinem Mann ging es vom Anfang an nur ums Geld.... Als dann meine Tochter eingeschult wurde, wurde meine Mutter plötzlich schwer krank, und ich wurde als Pflegeperson eingestellt, und pflegte meine Mutter bis vor 1 1/2 Jahren bis sie gestorben ist. Erst hatte ich erste, dann zweite, dann dritte Pfegestufe... Ich hatte Glück dass meine Mutter neben der Schule meiner Tochter wohnt, also war das auch kein Problem für sie. Trotzdem empfand mein Mann schon damals dass ich nichts mache, meine Mutter würde uns nur ausnützen, sich in unsere Familie einmischen und sowas... Wohlbemerkt, für die Pflegezeiten habe ich sowieso Geld nach Hause gebracht.
Nun ist meine Mutter seit ein einhalb Jahren tot, ich werde nur noch kleingemacht, erniedrigt, auf der einen Seite heisst es ich solle etwas machen, damit ich nicht nur sinnlos daheim hocke, auf der anderen Seite heisst es ich tauge nichts, mir wird auch nicht zugehört wenn ich was reden will, es geht einfach nur nach seinen Worten, ich muss immer still halten. Selbst meine Tochter geht dann lieber zu Freundinnen oder wir beide unternehmen etwas, damit mein Mann seine Ruhe hat. Selbst als sie in der vierten Klasse war, durfte ich sie nicht aufs Gymnasium einschreiben da Gymnasiasten zu faulen Menschen erzogen werden (Worte meines Ehemanns) und dass sie es nie zu etwas bringen, nur wenn die Eltern reiche Leute wären... mit anderen Worten muss das Kind Realschule machen und mit 16 direkt eine Berufsausbildung machen.
Und nun was mich anbetrifft..... wie gesagt seit dem Tod meiner Mutter bin ich "arbeitslos" ich habe mich an verschiedene Stellen beworben, ich werde einfach nirgends angenommen. Meine Hochschulabschlüsse werden noch nicht direkt anerkannt, was mir auch schon vom Anfang an klar war, was ich übrigens auch im Kauf nehme. Die Bewerbungen die ich abgegeben habe, wurden mir zurück geschickt, ich wurde bis jetzt an mehreren Stellen abgelehnt. Entweder heisst es ich bin überqualifiziert, oder ich habe keine entsprechende Ausbildung, obwohl ich sehr gute Kenntnisse im Bürowesen habe, bin selber auch ein sehr kreativer Mensch usw. kurz und gut, selbst wenn man was einfaches machen wird, wird man abgelehnt. Hinzu kommt mein Alter-43- also weiss ich auch nicht mehr weiter. Ich habe meinem Mann vorgeschlagen eine Fernausbildung zu machen (Bürokauffrau, oder sonstwas) obwohl Ergotherapeut eigentlich einer meiner Traumjobs wäre, aber mir wird einfach nichts genehmigt.Er behauptet einfach die Berufe kosten Geld, aber von nichts kommt nichts! Selbst beim Arbeitsamt sagte man mir kurz nachdem ich herkam, dass ich keine Ausbildung mehr bezahlt kriege weil ich "zu alt für den Ausbildungsmarkt" wäre...
Ich weiss beim besten Willen nicht mehr wie ich handeln soll.Für Geschäfte bin ich überqualifiziert, denn schreibe ich in meinem Lebenslauf rein was ich gemacht habe ist es nicht ok, und schreibe ich im Lebenslauf ich hätte nichts getan dann heisst es womöglich dass sie Langzeitsarbeitslose nicht brauchen... dabei war ich bis vor 1 1/2 Jahren tätig. Bei Leihfirmen habe ich mich auch schon angemeldet und ich warte auf Ergebnisse.
Selbst was Paartherapien anbetrifft, habe ich meinem Mann vorgeschlagen mal sowas zu machen, er selber hält nichts davon da er 8 Stunden am Tag arbeitet und keine Zeit für irgendetwas habe-seine Worte. Wir unternehmen auch sonst nichts gemeinsam, weil mein Mann angeblich nicht Bereit ist Dienstleistungen zu bezahlen. Ihm ist das Geld zu schade für einen Urlaub oder einfach nur mal irgendwo einen Saft trinken, dabei verdient er sehr gut, hat Weihnachts- und Urlaubsgeld... Apropos Geld, selbst wenn es um Geldprobleme geht- ich darf nie etwas online überweisen, angeblich habe er Angst ich könnte was falsch machen und Geld falsch überweisen und sonstwas. Dabei hatte meine Mutter in letzter Zeit Onlinekonto gehabt und ich habe ihr das Konto perfekt geführt, ohne dass irgendwelche Fehler aufgetreten sind!
Irgendwie kommt mir alles wie verhext vor, fühle mich langsam nutzlos, erfreue mich wirklich nur noch meiner Tochter die mir seelisch enorm beisteht.... habe Angst in ein Loch zu fallen, und dann hat man erst recht den Grund mich als wertlos zu bezeichnen.
Würde mich freuen wenn mir jemand irgendwie einen kleinen Denkanstoß geben könnte... um ehrlich zu sagen, ich war auch bei einer Hilfsorganisation für Frauen in meiner Gegend und die sagten mir dass sie nicht für mich zuständig seien. Ich frage mich dann wirklich wozu die eigentlich da sind???
Liebe Grüße, kiki...