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Ronny
Administrator
Registriert: 24.09.2008
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Kritik üben - aber richtig!
Kritik üben: Seien Sie friedlich und achten einmal darauf, wie Sie Ihren Mitmenschen Kritik beibringen, denn oft machen falsche Worte und schlechtes Timing jede noch so gute Absicht zunichte. Egal ob am Arbeitsplatz oder in der Familie, immer wieder gibt es Situationen, in denen man einfach Kritik üben muss. Manchmal geht es um Kleinigkeiten, wenn z.B. der Partner endlich auch mal im Haushalt helfen soll oder eine Kollegin Ihnen kurz vor Feierabend noch dringende Arbeit auf den Schreibtisch legt und sie einmal mehr zu Überstunden nötigt.
Statt den Frust aufzustauen bringt es meist mehr, ein klärendes Gespräch zu führen. Doch, wie macht man dies, ohne dass der andere zu gleich angegriffen fühlt? Zunächst versuchen Sie einen günstigen Zeitpunkt zu finden. Das bedeutet: Sie sollten den Partner nicht unbedingt dann auf Ihre Kritik ansprechen, wenn er gerade eine unerwartet hohe Rechnung bekommen hat oder gestresst von der Arbeit kommt.
Die Kollegin sollten Sie sich nicht unbedingt greifen, wenn in der Kaffeepause noch weitere Mitarbeiter Ihrem Gespräch folgen können. Kritikgespräche führen sich am besten unter vier Augen und in möglichst ruhigen Momenten, d.h. lassen Sie den Partner erst mal abschalten nachdem er heimgekommen ist und sprechen Sie die Kollegin an, wenn Sie morgens noch mit guter Laune ins Büro kommt.
Wenn möglich, kündigen Sie an, dass Sie mit der betreffenden Person gerne ein Kritikgespräch führen möchten und suchen gemeinsam einen Termin. Sofern Sie jemanden persönlich kritisieren möchten oder gar müssen, bitten Sie vorher um Erlaubnis. Persönliche Kritik sollte zudem nur dann geübt werden, wenn es Möglichkeiten gibt, den Zustand zu ändern. Überlegen Sie sich bereits vor dem Gespräch, welche Hilfestellungen Sie dabei geben könnten.
Finden Sie es vielleicht unangebracht, dass eine Kollegin stets mit ungebügelter Kleidung ins Büro kommt und so die Kunden empfängt? Empfehlen Sie Ihr am Ende des Gesprächs z.B. eine gute Bügelhilfe, mit der Sie lediglich wenig Zeit zum bügeln braucht. Oder erkundigen Sie sich zuvor nach entsprechenden Hilfen, wenn Sie einen Kollegen auf seinen unangenehmen Mundgeruch aufmerksam machen möchten.
Generell ist es im Gespräch wichtig, dem anderen zuzuhören, ihn ausreden zu lassen, ab und an mal nachzufragen, ob man seine Argumente richtig verstanden hat und am Ende Ausblick auf eine Lösung zu bieten, machen Sie zudem klar, dass Sie nur diese eine Angelegenheit kritisieren möchten, die Person als ganzes aber schätzen und respektieren. Vermeiden Sie daher Worte, die beleidigend sein könnten und benutzen Sie weder Vorurteile noch Verallgemeinerungen. Wenn Sie jemandem vorwerfen, er würde etwas dauernd, immer, nie oder generell unterlassen bzw. machen, dann wird die Person sicher Gegenbeispiele finden, die Ihre Argumente widerlegen.
Beziehen Sie sich also auf konkrete Situationen. Vor allen Dingen versuchen Sie herauszufinden, warum eine Person etwas tut. Warum zum Beispiel übergibt die Kollegin Ihnen die Dinge stets kurz vor Feierabend? Vielleicht weil Sie vorher einfach nicht daran denkt, dann könnte sie sich eine Notiz auf den Schreibtisch legen. Vielleicht tut sie es jedoch auch, weil sie selbst diese Arbeit nicht mehr geschafft hat, jedoch selbst nicht länger bleiben kann, da zuhause Mann, Kinder und Haushalt auf sie warten und sie mit ihrer gesamten Situation überfordert ist.
Vielleicht können Sie sie dann auf Zeitmanagement aufmerksam machen oder eine Vereinbarung finden, dass Sie z.B. öfter mal länger bleiben, sie dafür jedoch an einem Tag der Woche stets ein oder zwei Überstunden macht, die planbar sind, und Sie eher nach Hause gehen können.
Generell sollten Sie am Ende des Gesprächs darauf achten, einen positiven Ausblick zu finden. Sollte dies nicht möglich sein, bitten Sie darum, dass beide Gesprächsteilnehmer eine Weile über das Problem nachdenken und man sich in ein paar Tagen noch einmal zusammensetzt um dann Lösungen zu besprechen.
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