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Ronny
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Verarmte Kinder in einem reichen Deutschland
Eine steigende Armut ist nicht erst seit der letzten Wirtschaftskrise ein Thema und doch wird vielfach übersehen, dass eine steigende Anzahl an Kindern in Deutschland mehr und mehr in tiefer Armut versinkt. Vergleiche mit den Zuständen in den sogenannten Drittländern, das übrigens ein Unwort ohne Gleichen ist, sind genauso wenig möglich und nötig, wie etwa der Vergleich zwischen den Sonnentagen in Südamerika oder Europa. Im Grundsatz heißt es beim Thema Kinderarmut zunächst einmal innerhalb der eigenen Landesgrenzen einen eingehenden Blick auf die Verhältnisse zu werfen und folglich die erschreckenden Tatsachen vor der eigenen Haustür bewusst wahrzunehmen.
Kinderarmut ist ein Thema, das keinen kalt lassen sollte und im Besonderen auch in einem Land, das trotz hoher Verschuldung immer noch zu einem der reichsten Länder rund um den Globus zählt. Über sechs Millionen verarmte Kinder, so die offizielle, aber nicht reale statistische Zahl, sprechen allerdings ihre ureigene Sprache. Im Folgenden werden diese nackten Tatsachen mehr als deutlich, denn sie zeigen unter anderem ein ungeschriebenes Armutszeugnis für das Land selbst.
Kinderarmut in Deutschland. Rund sechs Millionen Kinder, so die offizielle Zahl, leben unter der Armutsgrenze und nach Ansicht von UNICEF, ist hier noch lange nicht das Ende der sprichwörtlichen Fahnenstange innerhalb der Bundesrepublik Deutschland erreicht. Rasend schnell ist die Entwicklung bei diesem täglich präsenten Thema, das jedoch nur wenige Menschen bewusst wahrnehmen, weil man vielfach sich und seine eigenen Kinder nicht damit real konfrontiert sieht. Und auch wenn so manch einer, sei es als Bürger oder als Regierungsmitglied, die Augen vor der Realität kräftig schließt, herrscht hier im Land ein fast schon katastrophaler Zustand der Kinderarmut, der nicht nur den Kindern selbst Tag für Tag die Tränen in die Augen schießen lässt, sondern auch den Menschen, die sich für eine Linderung des kindlichen Leids annehmen und vor allem einsetzen. Armut schmerzt, grenzt aus, verursacht Krankheiten und nimmt Chancen für den noch jungen Lebensweg, denn wer arm ist, dem werden viele Steine in den Weg gelegt und sei es „nur“ darin, sich bilden und seine Talente entfalten zu können. „Nur“ ? Hier liegt der Schlüssel verborgen eine Tür öffnen zu können, die ein unabhängiges und finanziell freieres Leben ermöglicht.
Dieser Schlüssel existiert momentan bei sicherlich mehr als den sechs Millionen Kindern nicht, zumal rund weitere 2,4 Millionen Kinder von einer Armutsgefährdung betroffen sind. Schätzungen zufolge, ist diese Zahl eine wahre Augenwischerei, denn die inoffiziellen Zahlen scheinen weit über den statistischen zu liegen. Nicht jedes der, in bitterer Armut lebenden, Kinder, geht damit nach draußen und offenbart in der Schule oder gegenüber fremden Menschen, wie der tatsächliche Zustand des Lebens aussieht. Hungergefühle in der Schulpause, werden ebenso weggedrückt als auch tausende Ausreden erfunden, weshalb man als Kind bei so vielen scheinbar günstigen sozialen Aktionen nicht teilnehmen kann. Arm sein ist ein Tabu im Land und wird folglich schon von kleinen Kindesbeinen an als Makel empfunden, den es zu verdecken gilt. Nicht zuletzt deshalb, weil Eltern ihren Kinder vielfach einbläuen auch ja den Mund zu halten, um dem Gerede anderer Menschen aus dem Weg gehen zu können.
Kinderarmut und das Vererben der selbigen Warum gibt es so viele Kinder im Land, die abends hungrig ins Bett gehen und so morgens auch das Haus verlassen? Warum schämen sich die betroffenen Kinder bei ihren Schulkameraden aufgrund ihrer nicht vorhandenen Markenkleidung oder technischen Errungenschaften wie Handy, iPhone und Playstation3? Und noch ein Warum…werden diese Kinder von Freundschaften ausgeschlossen und oft genug fast wie die Pest gemieden? Ist Armut ansteckend? Nein, aber durchaus wie es scheint vererbbar. Experten und somit zahlreiche von ihnen angefertigten Studien scheinen zu wissen, weshalb im ach so reichen Deutschland eine derartige Kinderarmut herrscht. Viele betroffene Kinder wachsen in einer Familie auf, die eigentlich kaum einen anderen Zustand kennt als das Armsein. Generation zu Generation wird somit die Armut weitergetragen und oft auch mit der Resignation, dass es eben so ist wie es ist. Sicherlich gibt es Hartz IV, doch mit einem Regelsatz von 246 Euro (angehoben seit dem 1. Juli 2009 von zuvor 211 Euro) für Kinder bis 14 Jahre, kann man bei den Preisen im Land kein Kind vernünftig aufwachsen lassen. Und da macht auch die Kindergelderhöhung keinen großen Unterschied, denn Kindergeld wird der Bedarfsgemeinschaft, sprich der Familie, voll angerechnet.
In diesem Betrag sind Lebensmittel, der tägliche Bedarf für Pflegemittel, Kleidergeld, Schulbedarf und Gelder für soziale Aktivitäten inbegriffen. Und nun die reale Gegenüberstellung an einem fiktiven, jedoch Tag für Tag real so vorzufindenden Beispiel: Kinder wachsen mitunter innerhalb nur weniger Wochen derart, dass sie Schuhe und Kleidung um bis zu zwei Nummern größer benötigen. Gute Schuhe, die den kindlichen Fuß stützen und nicht zerstören sind im Angebot für rund 30 Euro aufwärts zu erhalten, mitunter auch schon für 20 Euro, wenn es sich um ein wahres Schnäppchen handelt. Hosen, T-Shirts oder Pullover lassen sich durchaus als Ramschware bei KIK und Co bereits ab 0,50€ einkaufen, aber erstens ist die Ware wirklich Schrott und rasch kaputt, ausgeleiert oder farblos und zweitens möchten auch viele arme Eltern ihren Kindern keine Kleidung anziehen, die durch Kinderarbeit entstanden ist. Bleiben folglich die Produkte anderer Hersteller und die kosten dann mal gleich das Zehnfache und mehr. Leidet das Kind unter einer Neurodermitis oder Allergie, dann sieht die Welt nochmal so schwarz aus, denn spezielle Bekleidung oder Pflegemittel, Bettwäsche und weitere Mittel zur Linderung einer Erkrankung, fressen jegliches Budget unter Hartz IV Bedingungen auf. In der Schule kaufen die Lehrer einfach mal so ein Buch für jeden Schüler, da eben ein gemeinsames Thema und folglich Lesen ein und des gleichen Buches erforderlich wird, wobei hier kein Wert darauf gelegt wird, ob die 5 oder 10€ nicht den betreffenden Familien und somit dem Kind, am Essen fehlen wird. Schulausflüge? Gestrichen, denn die Jobcenter zahlen hier in der Regel nichts zum monatlichen Satz hinzu. Sportvereine, Nachhilfe, Musikunterricht? Gestrichen, arme Kinder brauchen das nicht. Zu überzogen? Bei weitem nicht, denn DAS ist die Tatsache.
Eine Handvoll Menschen versucht dieses Leid erträglicher zu machen, so etwa diejenigen, die sich in der „Arche“ engagieren oder auch in ähnlichen Vereinen und Organisationen aktiv etwas gegen die im Land herrschende Kinderarmut tun. Eine warme Mahlzeit am Tag, Hilfe bei den Hausaufgaben, einige Stunden mit Kinderlachen spielen können und somit die krankmachende und schmerzende Armut für kurze Zeit vergessen machen, sind jedoch nur ein Tropfen auf dem berühmten heißen Stein. Krankmachend ist die Kinderarmut wirklich, denn frisches und oftmals teures Obst, Gemüse und hochwertige Nahrungsmittel sind einfach finanziell in vielen Familien nicht möglich, was bedeutet, dass den Kindern wichtige Nährstoffe für ihre Entwicklung untersagt bleiben. Wachstumsstörungen oder schlechte Zähne, sind hierbei nur zwei der Folgen der desolaten Ernährung. Obst und Gemüse durch die Hilfsorganisationen werden dann auch für zahlreiche Kinder zum wahren Highlight und minimalen Nährstoffgenuss.
Gefragt sind allerdings neben diesen engagierten Menschen, die sich im Übrigen durchaus auch als Einzelpersonen in unmittelbarer Nachbarschaft finden, die Entscheider innerhalb der Bundesregierung und direkt in den Kommunen. Statt ständig dafür zu sorgen, dass Straßen einen makellosen Asphalt oder so manche Kommune ein prestigeträchtiges Gebäude erhält, wäre es weitaus humaner und sinnvoller diese Gelder gezielt gegen eine ständig steigende Kinderarmut im Land einzusetzen. Denn eines ist sicher: Nicht absolut schlaglochfreie Straßen oder ein schick gestrichenes Regierungsgebäude sind die Zukunft eines Landes, sondern die Kinder und deren Intelligenz und Potenzial. Und hier gilt, dass JEDES Kind die Chance erhalten sollte diese gefördert zu bekommen, sowie sozial integriert zu sein UND weder körperlich, noch seelisch, Hunger leiden zu müssen.
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