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Tickt denn mein Kind richtig? 
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Tickt denn mein Kind richtig?
Viele Kleine eignen sich merkwürdige Tics an, beginnen ständig zu zwinkern oder sich zu räuspern. Die meisten Kinder machen irgendwann auch Bewegungen oder gar Geräusche, deren Sinn der Betrachter nicht nachvollziehen kann. Manchmal tun sie das einfach nur so aus Spaß oder weil es grad mit zum Spiel gehört.

Gelegentlich werden die Merkwürdigkeiten aber auch dauerhaft, das können die Kinder dann mit Sicherheit nicht mehr kontrollieren. Dann allerdings sprechen Ärzte und Experten von Tics. Etwa ungefähr 12 % aller Grundschüler leiden darunter, so eine Schätzung. Meist fängt es mit dem Schuleintritt an, aber es gibt auch schon Fälle, wo Kinder im Alter von 2 oder 3 Jahren darunter zu leiden haben. Manche zwinkern, andere fuchteln wie wild mit den Armen umher, zucken ständig mit den Schultern oder schneiden Grimassen. Das versteht man allgemein unter Bewegungstics.

Wenn Kinder Auffälligkeiten wie ständiges Räuspern, Fiepen, Grunzen, Schnüffeln oder Schnalzen haben, dann spricht man medizinisch von vokalen Tics. Gelegentlich treten auch mehrere Erscheinungen gleichzeitig auf. Die Kinder sind dann nicht in der Lage, die Tics dauerhaft zu steuern. Sie zwinkern und hampeln mehrmals in der Minute, manchmal auch nur ein paar Mal am Tag. Häufig hängt dies mit der psychischen Verfassung des Kindes zusammen. Wenn es sich aufregt oder ärgert, kann dies die Symptome leider verschlimmern, im entspannten Zustand treten Tics seltener auf.

Aber warum entwickeln Kinder plötzlich solche Tics? Vermutet wird ein genetischer Zusammenhang. Schwere Tics können auch mit dem ADHS, dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom zusammenhängen. In jedem Fall brauchen Eltern dann vor allem eine ordentliche Portion Gelassenheit. In der Regel verschwinden die seltsamen Verhaltensweisen nämlich ganz von alleine. Eltern helfen ihren Kindern am besten mit nicht ständig auf die Tics hinweisen, da diese dadurch meist noch verstärkt werden. Grundsätzlich wird eine Behandlung empfohlen wenn der Tic chronisch wird oder wenn das Kind darunter zu leiden hat, weil es in der Schule oder auch im Kindergarten gehänselt wird. Entspannungstechniken sollten eigentlich Linderung bringen.

In ganz seltenen Fällen müssen Medikamente eingenommen werden. Besonders bekannt ist das Tourette-Syndrom. Manche fluchen und brüllen Schimpfworte, andere grunzen oder machen obszöne Gesten. Das Tourette-Syndrom ist eine der auffälligsten Tics und auch eine sonderbare neuropsychiatrische Erkrankung. Diese tritt meist um das 7. Lebensjahr auf. Die Ursachen sind bis heute noch nicht geklärt. Bislang gibt es auch noch keine Heilung. Manche Betroffene nehmen Medikamente. Andere lernen mithilfe einer Verhaltenstherapie das Syndrom zumindest teilweise zu kontrollieren.


20.11.2008
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